Carsten Heveling

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Das Verstimmen
und was es verursacht
Becoming untuned
and what causes it
Das Bandoneon ist ein robustes und unempfindliches Instrument, besonders was die Tonhaltung betrifft. Die Tonerzeugung läuft praktisch verschleißfrei. So führt intensives oder gar aggressives Spiel über Jahrzehnte zu keinerlei Abnutzung oder Substanzverlust an den Zungen in irgendeiner Form. Die hauptsächlich für die Klangerzeugung verantwortlichen Teile sind aus Metall und sind nicht besonders empfindlich gegenüber Temperatur,- Druck- und Feuchtigkeitsschwankungen. Auch gibt es keine Spannungen im Instrument wie das bei allen Saiteninstrumenten der Fall ist.

Eine Änderung des Eigenschwingverhaltens einer Zunge (Frequenz, Stimmung) kann verschiedene Ursachen haben. Für eine erhöhte Frequenz müßte die Stimmzunge steifer, kürzer oder am beweglichen Ende leichter werden. Auch eine höhere Temperatur oder atmosphärischer Druck verändern die Ausbreitung von Frequenzen in Luft. Die Blasinstrumente in symphonischen Orchestern steigern die Frequenz durch das Aufwärmen beim Spiel. Eine erdenkliche Materialermüdung unserer hart arbeitenden Stimmzungen wäre zum Beispiel eine Verringerung der Tonhöhe. Aber das ist Theorie und kann beim Bandoneon nicht beobachtet werden. Selbst im härtesten Spiel arbeiten unsere Stimmzungen immer unter ihrer Belastungsgrenze. Sie zeigen selbst nach jahrzehntelangem Gebrauch keine Frequenzabsenkung (Ermüdung).

... siehe Video "Loca" (Juan D´Arienzo 1972)

Eine Veränderungen der Tonhöhe, die Verstimmung, geht nach meiner Erfahrung als Stimmer in beide Richtungen. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig und werden nur durch die Qualität der Stimmzungen selbst, der Stimmplatten und der Nietverbindungen beeinflußt. Tatsächlich beeinflussen Veränderungen der Lederventile das Strömungsverhalten der nebenliegenden Zunge, was sich in einer Frequenzveränderung bemerkbar macht. So können sich variierende Stimmungsphänomene durch Wetterempfindliche Lederventile erklären.

... siehe auch "Stimmung und Stimmtechniken"

... siehe auch "Die Nietverbindung bei der Restaurierungsstimmung"
The Bandoneon is a robust and durable instrument, especially for the stability of the tone. The sound generated by the reed and plate is practically wear-free. For decades, intensive or even aggressive play does not lead to any wear and tear or loss of substance on the reeds in any form. The parts mainly responsible for sound generation are made of metal and are not particularly sensitive to fluctuations in temperature, pressure and humidity. There are also no tensions in the instrument as is the case with all stringed instruments.

A change in the natural vibration behavior of a reed (frequency, tuning) can have various causes. For a higher frequency, the reed would have to be stiffer, shorter or at the moving end it would have to be lighter. A higher temperature or atmospheric pressure also changes the spread of frequencies in air. The wind instruments in symphonic orchestras increase the frequency by warming up while playing. One imaginable material fatigue of our hard-working reeds would be, for example, a decrease in pitch. But that is theory and cannot be observed in the Bandoneon. Even in the toughest play, our reeds always work under their load limit. Even after decades of use, they show no frequency drop (fatigue).

... see Video "Loca" (Juan D´Arienzo 1972)

A change in pitch, the detuning, goes in both directions in my experience as a tuner. The reasons for this are certainly diverse and are only influenced by the quality of the reeds themselves, the reed plates and the riveted connections. In fact, changes in the leather valves affect the flow behavior of the adjacent reed, which is noticeable in a frequency change. Thus, varying tuning phenomena can be explained by weather-sensitive leather valves.

... see also "Tuning methods"

... see artuicle "Rivets and riveting in the restoration tuning"

Oxidation an den sonst jungfräulich gut erhaltenen Stimmzungen eines AA / Peguri (gleichtönig) aus den 1930er Jahren
oxydation on the otherwise well preserved reeds of an AA / Peguri (unisonor) from the 1930s
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